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Angermünde ist die Stadt des Hartgestein-Symposiums. Hier treffen sich Künstler und Kunstinteressierte aus aller Welt. Nach zwölf Jahren ist es jetzt wieder soweit: Von September bis Oktober startet die Neuauflage dieses ungewöhnlichen Ereignisses. Dazu rollen die tonnenschweren Findlinge in die Stadt auf den altehrwürdigen Klosterplatz. Dort wo schon die Mönche ihre Feldsteine behauen ließen, geben sieben ausgewählte Künstler aus mehreren Nationen mit schwerem Gerät ihrem Stein eine neue Gestalt. Das Besondere: Jeder kann kommen und ihnen über die Schulter sehen. Die Open-Air-Aktion bringt Kunst und Tourismus zusammen. Am Ende entstehen sieben Großskulpturen für den öffentlichen Raum.

 

Abgehakt

Gothischer Kopf

Arnhem

Bedeutung

In dieser Form ist ein solches Symposium einmalig im gesamten nordeuropäischen Raum. Denn eigentlich treffen sich Bildhauer in einem Steinbruch oder einem Steinwerk, um sich dort einen Block des massiven Materials herausschneiden zu lassen. Die Glaziale Brandenburg macht das Gegenteil: Hier weiß der Künstler vorher nicht, was ihn erwartet. Er kennt weder Form noch Aussehen noch Gestalt. Der Umgang mit diesem „Naturprodukt“ stellt die hohe Schule der Bildhauerkunst dar. 

 

Der Name „Glaziale Brandenburg“

Reich an Steinen ist die Region nordöstlich von Berlin. Hier haben die Verschiebungen der letzten Eiszeit die tonnenschweren Findlinge hinterlassen. Sie liegen an Straßenrändern, sind in den Fundamenten der Kirchen verbaut oder stecken bis heute unentdeckt im Boden. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden sie sogar ausgegraben und in Schotterwerken – den Steinknackern – verarbeitet.

Die glaziale Serie als Modell der durch die Eiszeit entstandenen Landschaftsformen hat den Begriff Glacies (Eis) aufgegriffen. Mit der Glaziale Brandenburg soll auf dieses norddeutsche Phänomen hingewiesen werden. Künstler nehmen diese alten Formen jetzt auf und machen dort weiter, wo das geschmolzene Eis aufgehört hat.

Die verbreitete Meinung, dass Findlinge aus Granit bestehen, ist nicht ganz richtig. Es gibt Dutzende Materialien: Porphyr, Gneis, Diabas oder sogar Kalkstein, der oft von der Insel Gotland kommt. Die Steine verraten durch ihr Material, aus welcher skandinavischen Region sie stammen, aus dem heutigen Schweden, aus Norwegen oder auch aus Dänemark.

 

Leitung und Vorbereitung

Herr Steinert hat die Leitung des Hartgestein-Symposiums übernommen. Der Bildhauer aus Schönermark (bei Angermünde) widmet sich seit 25 Jahren den Großskulpturen aus Stein. Seine Werke stehen in verschiedenen Städten im öffentlichen Raum. Die Vorbereitungen haben ein Jahr in Anspruch genommen. Der Symposiumsleiter muss sich um Steine und Gummistiefel, um Adressen und Unterkünfte, um Handwerkszeug und Kräne kümmern. Sein Gabelstapler kann zwar sieben Tonnen heben, aber für die Bearbeitung muss ein Findling auch gedreht werden. Also ist ein Kran notwendig.

 

 

Die Steine

 

Steine liegen nicht überall herum, Steine müssen gefunden werden. Jörg Steinert ist die wichtigen Kieslieferanten abgefahren und hat die ganz „dicken Dinger“ mit besonderen Formen eingesammelt aus verschiedenen Kiesgruben. Die bis zu 11 Tonnen schweren Findlinge lagern auf einem Sammelplatz. Sie sind der Ausgangspunkt und der Gruß aus der Eiszeit. Jeder Künstler bekommt einen Findling zur Bearbeitung, kann aber auch mehrere für eine Skulptur verwenden. Die Kunstwerke bleiben zunächst befristet in Angermünde stehen. 

 

Besonderheiten

Die Glaziale findet trotz Corona-Bedingungen statt, auch wenn bereits eingeladene Künstler nicht kommen konnten. Die ungeahnte Situation hat die Veranstalter und Organisatoren vor große Herausforderungen gestellt. Wir bitten daher alle Besucher, sich an die Hygiene-Bedingungen zu halten.

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